Samstag, 21. April 2012

Warum es keine Werbung für BILD ist, wenn man diese “Zeitung” nicht in seinem Briefkasten haben möchte, und wieso man dieses Hetzblatt nicht ignorieren sollte

Am 23. Juni soll jeder deutsche Haushalt ein kostenloses Exemplar der BILD-Zeitung erhalten – zur Feier des 60sten Geburtstags der BILD-Zeitung . Wer das nicht will, der kann an der Gegen-Kampagne “Alle gegen Bild” teilnehmen und die Zustellung der BILD ablehnen. Ein Springer-Sprecher hat bestätigt, dass Springer diese Widersprüche akzeptieren wird und diejenigen Haushalte, die Widerspruch einlegen, keine BILD-Zeitung erhalten werden.

Soweit, so gut. Nur gibt es selbst unter BILD-Gegnern viele, die meinen, gerade durch solche Kampagnen wie “Alle gegen BILD” bekäme der Springer-Konzern doch die gewünschte Aufmerksamkeit. Offene Aktionen gegen die BILD-Zeitung seien nichts anderes als Werbung. Jeder, der sich öffentlich gegen BILD-Zeitung ausspreche – so wie vor einem Jahr “Wir sind Helden”-Sängerin Ju­dith Ho­lo­fer­nes – nehme dafür den Namen des Springer-Blattes in den Mund und verbreite ihn somit weiter. Das Ergebnis: Ungewollte Werbung für BILD.

Das sehe ich anders. Es ist nun mal so, dass man sich, wenn man sich klar gegen etwas ausspricht, auch klar gegen etwas aussprechen muss. Sonst spricht man sich nämlich nicht klar gegen etwas aus, sondern unklar gegen irgendetwas. Und wozu soll das bitte gut sein? Die BILD-Zeitung ist ein gigantisches Hetzblatt. Sie ist sexistisch, reißerisch und betreibt üble Meinungsmache. Jeden Tag. Dabei hat sie einen ebenso gigantischen Konzern im Rücken. Und einen gigantischen Haufen Promis und Politiker, die entweder eingeschüchtert sind, oder aber tatsächlich hinter der BILD-Zeitung stehen. Weil sie es nämlich gut finden, dass die BILD-Zeitung immer irgendwas ausspricht, was andere vergessen auszusprechen. Zum Beispiel dass alle Griechen faule Idioten seien.

Diese gigantische Stimme der BILD-Zeitung in Deutschland kann man als ihr Gegner nicht ignorieren und es wäre grundfalsch, ihr kein Gewicht beizumessen. Dafür beeinflusst sie viel zu viele Menschen. Und ihr Name steht überall: An Kiosken, Fahrradständern, auf Werbe-Plakaten mit Thomas Gottschalk und Barbara Schöneberger, auf zahlreichen Magazinen und Webseiten. Und da will noch ernsthaft jemand behaupten, eine offensive Gegen-Kampagne sei zu viel Werbung für dieses Blatt mit einer Reichweite von 12,5 Millionen Lesern?

“Alle gegen Bild” gibt uns die Möglichkeit, der BILD ausnahmsweise mal die Suppe zu versalzen. Über 170.000 Menschen haben auf Campact.de bereits Widerspruch gegen das kostenlose BILD-Exemplar eingelegt. Je mehr das tun, desto unattraktiver wird diese Ausgabe für Werbekunden. Je mehr das tun, desto größer wird die Reichweite der Kritik, wie man sie unter anderem täglich online auf bildblog.de lesen kann. Und das ist dringend notwendig, in einem Land, in dem die Stimmungsmache eines einzigen Mediums derart effektiv ist.

“Die BILD-​Zei­tung ist kein au­gen­zwin­kernd zu be­trach­ten­des Trash-​Kul­tur­gut und kein harm­lo­ses “Guil­ty Plea­su­re” für wohl­fri­sier­te Auf­stre­ber, keine wit­zi­ge so­zia­le Re­fe­renz und kein Li­fes­tyle-​Zi­tat. Und schon gar nicht ist die Bild-​Zei­tung das, als was ihr sie ver­kau­fen wollt: Hass­ge­lieb­tes, aber wei­test­ge­hend harm­lo­ses In­ven­tar eines ei­gent­lich viel schlaue­ren Deutsch­lands.

Die Bild­zei­tung ist ein ge­fähr­li­ches po­li­ti­sches In­stru­ment – nicht nur ein stark ver­grö­ßern­des Fern­rohr in den Ab­grund, son­dern ein bös­ar­ti­ges Wesen, das Deutsch­land nicht be­schreibt, sondern macht. Mit einer Agen­da.” (Ju­dith Ho­lo­fer­nes)

Genau das ist die BILD. Und ihre menschenverachtende Hetze hat in meinem Briefkasten nichts, aber auch gar nichts verloren.

Geschrieben von Moritz

Hallo! Ich bin der Moritz. Meine Freunde nennen mich Moritz. Ich bin Blogger, YouTuber, selbsternannter Social-Media-Fachexpertenprofi und vielleicht sogar Poet. Und das ist mein Blog.

5 Kommentare – Juhu!

 

  1. juliaL49
    21. April 2012 um 22:53 Uhr

    Schön gesagt!

    Ich werde aber nicht Widerspruch einlegen, weil ich bis dahin längst im Ausland lebe. Ist ein wenig extrem, aber auch ich bin gegen Bild :)

  2. Moritz Admin
    21. April 2012 um 23:33 Uhr

    Was ist extrem?

    Wo geht die Reise hin? Ich bin mir sicher, dass es dort auch eine BILD-Zeitung gibt :) 

  3. juliaL49
    21. April 2012 um 23:56 Uhr

    Ach, wenn man “Witze” erklären muss, waren sie nicht gut: es ist extrem, dass ich nur wegen der BILD-Aktion ins Ausland ziehe. Es geht nach Schottland.

  4. Moritz Admin
    22. April 2012 um 00:06 Uhr

    Das stimmt – tut mir Leid, dass ich den Witz nicht geschnallt und dadurch kaputt gemacht habe :D

  5. Tobi
    11. Juni 2012 um 13:21 Uhr

    Eine kleine Information für alle Interessierten:
    Auf http://www.innup.de/Sticker-Gegen-Bild_Verteilung hat man zusätzlich die Option sich 10 kostenlose Sticker gegen die Verteilung der Bild zu bestellen.
    Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.

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