Ein neuer Blick auf die Welt [Update]
Gestern bin ich auf die Arbeiten von Julius von Bismarck aufmerksam geworden. Ich weiß nicht, wie bekannt er ist, aber ich selbst hatte bis jetzt noch nie von ihm gehört. Friedemann Karig twitterte dann am Montag Mittag ein Video, auf dem Julius von Bismarck die Freiheitsstatue auspeitscht.
Das Video hat mich unglaublich fasziniert. Es zeigt abweichendes Verhalten at its best. Da kommt einer und und schlägt die Freiheitsstatue. Oder besser gesagt: Er bestraft sie – das Ganze trägt den Titel “Punishment”. Ohne Rücksicht auf bestehende Verhaltensnormen und die gesellschaftliche Sozialisation. Das Gleiche hat er übrigens auch schon mit der Jesus-Statue in Rio de Janeiro gemacht, und mit der Natur.
Julius von Bismarck, der Mann mit der Peitsche, ist eine Mischung aus Künstler und Erfinder. Er erfindet Kunst und seine Erfindungen sind äußerst beeindruckend.
Da wäre zum einen der “Image Fulgurator”. Eine umgebaute Kamera, die keine Fotos aufnimmt, sondern projiziert. Das Gerät reagiert hierbei auf den Blitz anderer Kameras, weshalb die Projektion erst auf den Fotos erkannt wird, die andere Kameras von demselben Motiv schießen. Von Bismarck hat diese Erfindung bereits mehrfach öffentlich zum Einsatz gebracht. Unter anderem hat er Barack Obama bei dessen bekannter Rede 2008 in Berlin ein Kreuz auf das Rednerpult projiziert.
(via Nerdcore)
Zum anderen hat er den Top Shot Helmet erfunden. Ein “Objekt zur technischen Sichterweiterung”, das dem Benutzer eine neue Perspektive auf sich selbst bietet: Statt aus dem eigenen Kopf heraus sieht man sich mit einem Mal von oben – ähnlich wie in einem Computerspiel.
Die Idee hinter diesem Helm finde ich absolut großartig. Ich würde zu gerne einmal aus einer anderen Perspektive auf mich selbst schauen. Deshalb habe ich ein bisschen in den Weiten des WWW gesucht und ein ähnliches Projekt gefunden: Viewing Myself in 3rd Person. Zwar handelt es sich bei diesem Aufbau lediglich um die dritte Person – man sieht sich also nicht von oben, sondern von hinten –, aber nichtsdestotrotz erhält man einen interessanten Perspektivenwechsel.
Leider braucht man für den Aufbau neben einer handelsüblichen Digitalkamera auch eine Videobrille, und Videobrillen sind sehr teuer. Ich werde in den Semesterferien jedoch mal herumexperimentieren, inwiefern sich das Konstrukt mit zwei Smartphones oder aber mit einer Kamera und einem sehr kleinen Monitor nachbauen lässt. Von meinem Erfolg oder Misserfolg werdet ihr dann vermutlich hier lesen können.
[Update]
Die Aktion mit auf Liberty Island fand laut monopol-magazin.de am vergangenen Freitag statt. Sie war Teil der Ausstellung “These Peanuts are Bullets”. Die Ausstellung eröffnet heute in New York. Dem Artikel zufolge wurde Julius von Bismarck nach dem Verhör durch die Polizei wieder freigelassen.





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