Montag, 23. Juli 2012

Von Äpfeln und Birnen

Zur Zeit bin ich im E-Reader-Rausch. Klicke mich durchs Netz, von einem Tipp zum nächsten. Schaue mir neue Modelle an und warte auf die Ankündigung eines Kindle 5, weil ich von meinem Kindle 3 dieses Jahr noch gerne auf einen mit Touchscreen umsteigen möchte. Bei den Büchern macht das zwar keinen Unterschied, aber bei Zeitungen schon, die sind in der Regel nicht für die Joystick-Navigation optimiert.

In meiner Informations-Sucht habe ich auch verschiedene Tests von E-Book-Readern angeschaut und gelesen. Dabei ist mir immer wieder ein Umstand ins Auge gesprungen: Die Tester scheinen es grundsätzlich für angebracht zu halten, E-Book-Reader mit einem Tablet PC (in der Regel ist es – oh Überraschung – das iPad) zu vergleichen.

Da heißt es dann im Falle des Kindles: Er ist leichter als das iPad und man kann mit ihm auch in der Sonne lesen. Das iPad ist allerdings größer, hat ein buntes Display, Spiele, Apps, eine Kamera und ein edles Aluminium-Gehäuse.

Ganz unabhängig davon, dass man für den günstigsten Kindle 99€, für das billigste iPad hingegen 479€ hinblättern muss: Ein E-Reader ist ein E-Reader und ein Tablet ist ein Tablet. Für beide gibt es bestimmte Verwendungszwecke und ja, beim Tablet sind es in der Regel ein paar mehr. Aber es ist deshalb nicht besser. Es ist anders.

Die meisten Hersteller bauen ihre E-Reader möglichst simpel. Klar, ein modernes E-Ink-Display steckt meist drin, aber die restliche Technik ist nicht aufregend. Alles ist möglichst abgespeckt und rudimentär. Wie – und jetzt kommt’s – bei einem Buch. Es ist nicht so, dass diese Hersteller zu doof wären, ein Tablet mit Farbdisplay, Apps und Multitouch zu bauen. Es ist so, dass sie so etwas gar nicht bauen wollen. Was sie bauen wollen, ist ein E-Reader.

Ein E-Reader, der fast nichts kann, außer Text anzuzeigen. Dafür sind die Dinger gemacht. Sie sind keine Entertainment-Kanonen und wenn ein Tablet PC eine eierlegende Wollmilchsau ist, dann ist der E-Reader ein Ei. Nur eben ein Ei, das besonders gut schmeckt. Dieses Ei hat eine Akkulaufzeit von bis zu zwei Monaten. Es strengt die Augen beim Lesen nicht mehr an, als gewöhnliches Papier es tut. Es ist ein sehr leichtes Ei, weshalb man es stundenlang in einer Hand halten kann. Und ja, es ist auch ein Ei ohne Licht. Aber welches Ei hat schon Licht?

Sicher sind die heutigen E-Reader noch nicht perfekt. Die Menüführung ist oft ein bisschen umständlich. Von Hersteller zu Hersteller unterschiedliche E-Book-Formate verwirren die Nutzer und die meisten Zeitungen formatieren ihre E-Paper bis dato nicht wie eine Zeitung, sondern eher wie einen Stein, oder wie eine tote Maus. Aber das ändert nichts daran, dass E-Reader schon heute großartige Geräte sind. Zum Lesen. Und nur dafür.

Geschrieben von Moritz

Hallo! Ich bin der Moritz. Meine Freunde nennen mich Moritz. Ich bin Blogger, YouTuber, selbsternannter Social-Media-Fachexpertenprofi und vielleicht sogar Poet. Und das ist mein Blog.

3 Kommentare – Juhu!

 

  1. juliaL49
    24. Juli 2012 um 10:58 Uhr

    Hihi, Eier mit Akkus, ohne Licht zum Anzeigen von Steinen.

  2. Teo
    24. Juli 2012 um 13:06 Uhr

    Ja, diese beiden Geräteklassen sind sich so ähnlich, dass sie von vielen “Fachjournalisten” gerne zusammengeworfen werden. Der Kindle Fire macht die Lage sicher nicht besser.
    Ich bin bei dem Thema ja noch etwas skeptisch. Nicht weil ich Nostalgiker bin, der unbedingt an kiloschweren Holzbergen festhalten will, sondern weil ich E-Books derzeit noch unflexibler finde, was z.B. den Verleih an Freunde oder das Rechtemanagement angeht. DRM muss ich nicht auch noch bei Texten haben.
    Kannst du einen freien E-Reader empfehlen? Können Kindle E-Books eigentlich auch auf den Readern von Fremdherstellern konsumiert werden? Ich bin noch nicht so belesen in dieser Sache.

  3. Moritz Admin
    24. Juli 2012 um 13:31 Uhr

    Ich kann nur die Kindle-Reihe empfehlen. Mein Eindruck ist, dass die Geräte der anderen Hersteller entweder deutlich schlechter, oder aber teurer (oder beides) sind. Und auch der Kindle kann ja mit freien Texten umgehen, man muss sie nur konvertieren, was mit der Software Calibre recht schnell und einfach geht. Andersherum kann man damit natürlich auch Amazon-E-Books in das weit verbreitete EPUB konvertieren (ich weiß allerdings nicht, wie das rechtlich aussieht, wegen des von dir angesprochenen DRM – möglich ist es jedenfalls problemlos). 

    Edit: Soweit ich weiß haben Amazon-E-Books aber nicht von Haus aus DRM. Die Hersteller selbst legen das fest, nicht Amazon.

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