Hochhäuser mit Glasfassade

Vom Mac zum PC – Der etwas andere Umstieg

Vor knapp einem Jahr bin ich von OS X auf Windows 7 umgestiegen. In einer Zeit, in der sich die Zahl der MacBooks an den Unis gefühlt wöchentlich verdoppelt, ist das vielleicht etwas ungewöhnlich. Aber ich habe die Entscheidung bis heute nie bereut.

Seit meinem 14ten Lebensjahr war ich Mac-Nutzer. Hatte erst ein iBook und dann später – auch das schon etwas ungewöhnlich – einen Hackintosh.

Ich finde bis heute, dass OS X das schönste und vielleicht auch das intuitivste Desktop-Betriebssystem ist. Schön, ja. Göttlich, nein. Denn auch OS X hat Fehler. Auch OS X hat mich als Nutzer hin und wieder in die Verzweiflung getrieben. Und das tut es auch heute noch, wenn ich meinen Eltern mit ihren Macs helfe.

Bleibt noch die Sache mit der Hardware. Ja, ich weiß: Ein Mac mit derselben Hardware wie ein Windows-PC holt vermutlich mehr aus den einzelnen Komponenten heraus. Und ja, Macs und MacBooks sind erstklassig verbaut (was man freilich im Fall von notwendigen Reparaturen und aus Umweltgesichtspunkten auch kritisch sehen kann). Trotzdem gilt: Wer schnelle Hardware zu einem vernünftigen Preis will, ist bei Apple nach wie vor falsch. PCs sind günstiger, lassen sich leichter reparieren und so länger verwenden.

Ich finde, dass es gute Gründe gibt, einen Mac zu kaufen. Es gibt aber auch gute Gründe für PCs. Und für Windows, Ubuntu und andere Betriebssysteme. Am wichtigsten ist dabei aus meiner Sicht, dass all diese Systeme gut funktionieren. Und das tun sie mittlerweile. Allesamt. Deshalb stehen für mich mehr als je zuvor nicht das System, sondern die Programme im Vordergrund.

Die meisten Programme, die ich benutze, sind aber gar nicht an ein System gebunden. Es gibt sie für OS X, für Windows und für Linux. Und wenn es ein Programm mal nicht für alle Systeme gibt, dann gibt es zumindest eine Alternative.

Immer. Außer bei Computerspielen. Da ist Windows nach wie vor die unangefochtene Nummer 1. Deshalb hatte ich jahrelang auf meinem Hackintosh Windows als Zweitsystem laufen. Bis ich festgestellt habe, dass ich OS X kaum noch hochfahre. Semi-automatisch habe ich begonnen, Windows auch abseits der Spiele zu benutzen. Erst beim Surfen. Dann beim Verfassen von Dokumenten. Ich synchronisierte meine Cloud mit Windows. Installierte einen Mail-Client, holte meine iTunes-Mediathek an Bord und begann, nach Ersatz für iPhoto, Garageband und iMovie Ausschau zu halten.

Irgendwann stellte ich mir die Frage, wofür ich OS X noch brauchte. Und darauf fiel mir keine Antwort ein.

Heute habe ich einen Rechner, der schneller als vergleichbare Macs ist. Und das zu einem Preis von 850€. Er ist ein klein wenig lauter, ja. Und das Betriebssystem ist nicht ganz so schick. Dafür aber auch weniger bevormundend.

Ich verstehe, wenn Menschen nach jahrelanger Windows-Nutzung auf einen Mac umsteigen und dann begeistert sind, wie einfach das alles funktioniert. Aber ich bin nach jahrelanger Mac-Nutzung auf Windows umgestiegen und bin ebenfalls begeistert. Einerseits, weil ich nicht das Gefühl habe, dass Windows für erfahrene NutzerInnen wirklich komplizierter ist als OS X. Und andererseits, weil ich jetzt zum ersten Mal alles, was ich will und brauche, in einem System vereint habe.

Veröffentlicht von

Moritz

Hallo, ich bin Moritz (@script0r). Ich studiere Konfliktforschung in Augsburg und blogge u.a. über Gesellschaft, Politik und Computerkram.

6 Gedanken zu „Vom Mac zum PC – Der etwas andere Umstieg“

  1. Du schreibst in deinem Artikel: Denn auch OS X hat Fehler. Auch OS X hat mich als Nutzer hin und wieder in die Verzweiflung getrieben. Und das tut es auch heute noch, wenn ich meinen Eltern mit ihren Macs helfe.

    Ich stehe gerade vor der Aufgabe meiner Mutter einen neuen Laptop zu besorgen. Da Sie sowieso von WinXP auf Win8/10 wechseln müsste, spiele ich gerade mit dem Gedanken ihr einen gebrauchten Mac zu holen. Eben weil ich hoffe dass Sie besser mit dem System zurecht kommt. Ich selbst bin seit ein paar Jahren begeisterter Mac Nutzer.

    Was für Probleme haben deine Eltern denn mit ihren Mac´s die Sie mit Windows nicht hätten? Würd mich einfach mal interessieren weil am Ende ja doch ich wieder den „Support“ mache. 🙂

    Schöne Grüße, Roman

  2. Hey Roman,

    von Problemen, die man mit Windows nicht hätte, würde ich nicht reden. Es geht mir nur darum, dass OS X nicht so fehlerlos ist, wie es oft angepriesen wird. Also ist die Aussage eher so gemeint: Wenn du deiner Mutter einen PC kaufst, musst du ihr hin und wieder damit helfen. Wenn du ihr einen Mac kaufst, auch.

    Konkret hatte ich in den letzten Jahren Probleme mit Time Machine Backups, mit mangelnder Software-Unterstützung von älteren OS-X-Versionen (auf Leopard konnte man z.B. keinen aktuellen Browser installieren; das dafür notwendige Systemupgrade hat das MacBook meiner Mutter dann deutlich langsamer gemacht), und mit defekten Bauteilen, die man selbst nicht so einfach austauschen kann. Das heißt aber nicht, dass Macs Mist sind. Das heißt nur, dass ich persönlich mit Windows-PCs und den Freiheiten, die sie mir lassen, besser klar komme.

    Also: Wenn der Aufpreis keine Rolle spielst und du selbst eh auch einen Mac nutzt, dann würde ich für deine Mutter zum Mac greifen. Wobei ich persönlich dann einen neuen kaufen würde, damit man ihn (voraussichtlich) länger ohne Einschränkungen nutzen kann.

  3. Hallo Moritz!
    Das hört man wirklich selten. Ich bin auch schon seit über zwei Jahrzehnten Mac-User und musste zwischendrin mal Windows für die Buchhaltung nutzen. Mich hat das ehrlich gesagt in den Wahnsinn getrieben. Vielleicht lag es an meinem Rechner, aber ich hatte das Gefühl, dass ich ca. 50% der Arbeitszeit damit verbringe, irgendwelche Sachen zu installieren, zu updaten oder sonstwas zu machen, damit der PC glücklich ist – aber nicht zu arbeiten. Auch die Sache mit dem zwingend nötigen Virenscanner, der unter Windows Pflicht ist, nervt mich etwas. Am Mac habe ich noch nie einen Virus gehabt und das obwohl ich den ganzen Tag im Internet arbeite.

    Aber: Die Menschen sind verschieden und so freut es mich für dich, dass du nach dem Wechsel glücklicher bist als vorher. Ich gehöre zum Glück nicht zu den Mac-Fanboys, die den ganzen Tag versuchen Windows-User zu missionieren. 🙂

    LG und ein schönes WE!

    Jens alias Sir Apfelot

    1. Hey Jens,

      ich persönlich habe nicht das Gefühl, dass ich mehr oder weniger Programme installieren oder updaten muss als früher am Mac. Und Probleme damit, dass man sich einen Virenscanner installieren sollte, hab ich auch nicht – einmal beim Aufsetzen gemacht, danach läuft der. Virusprobleme unter Windows hatte ich zuletzt unter Windows XP – der gesunde Menschenverstand schützt einen da meist besser als jede Software ;).

      Wie gesagt: Ich glaube am Ende arbeitet man mit Programmen, nicht mit Systemen. Und die sind in meinem Fall fast alle dieselben geblieben.

  4. Hi Moritz,

    wie hast du deine Fotobibliothek umgezogen?
    Ich will meine Ereignisse in der Fotos-Anwendung behalten bzw.
    nicht alle umbenennen müssen.

    Was rätst du mir für den Export der Fotos?

    Best, Nic

    1. Hey Nico,

      sorry, mit der neuen Fotos-App am Mac kenne ich mich überhaupt nicht aus. Gibt es da evtl. die Möglichkeit, die Ereignisse einzeln in Ordner zu exportieren (bzw. einfach alle Fotos in einem Ereignis markieren und dann auf den Desktop ziehen)? Dann könntest du sie auf den PC ziehen und dort mit Picasa o.ä. verwalten.

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