Ein Haufen SIM-Karten

(Versuchte) Rufnummernmitnahme von congstar zu ALDI TALK [Update]

Wenn man den mobilen Telefonanbieter wechselt, bietet es sich an, die bestehende Rufnummer mitzunehmen. Das geht eigentlich ganz leicht. Eigentlich. Im Fall eines Vertrags reicht es, dem neuen Anbieter die Kündigungsbestätigung des alten Anbieters zuzusenden und einen Antrag auf Rufnummernmitnahme zu stellen. Im Fall eines Prepaid-Tarifs ersetzt eine Einwilligungs- oder Verzichtserklärung diese Bestätigung.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es zumindest in meinem Fall etwas anders aus. Vor einer Woche habe ich bei meinem bestehenden Anbieter congstar im Service-Chat nachgefragt, ob ich so eine Einwilligungserklärung schriftlich abgeben müsse. Die Antwort war eindeutig: Alles kein Problem, wir geben die Nummer einfach für die kommenden 30 Tage zur Rufnummernmitnahme frei, ein extra Antrag ist nicht notwendig. Daraufhin habe ich bei meinem neuen Anbieter ALDI TALK den Antrag zur Rufnummernmitnahme gestellt.

Zwei Tage später kam von ALDI TALK eine SMS: „Wir haben Ihre Portierungsanfrage zur RN … gestellt.“ Cool, dachte ich, das geht aber zackig. Denkste!

Tatsächlich folge wenige Stunden später eine Mail von ALDI TALK bzw. E-Plus:

„Ihr bisheriger Mobilfunkanbieter teilte uns mit, dass ihm keine Kündigung bzw. Einwilligungserklärung von Ihnen vorliegt.

  • Haben Sie bei ihrem bisherigen Mobilfunkanbieter noch nicht gekündigt? Dann ist jetzt dafür der richtige Zeitpunkt. Lassen Sie sich bitte Eingang und Bestätigung Ihrer Kündigung bescheinigen.
  • Oder hatten Sie eine Prepaid-Karte und das Guthaben reichte nicht aus, um die Portierungsgebühr abzubuchen?“

Meine Einwilligung hatte congstar. Und das Prepaid-Guthaben hatte einen Stand von über 30€ – die Portierung kostet ca. 25€.

Also habe ich mich wieder bei congstar gemeldet. Die Antwort dort: Doch, klar, alles geschehen. Die Rufnummer ist zur Mitnahme freigeschaltet, das Guthaben reicht für die Portierung aus. Sie müssen nichts weiter tun als bei Ihrem neuen Anbieter die Portierung zu beantragen.

Das habe ich an ALDI TALK weitergegeben. Wo man mir sehr zügig geantwortet hat: Super, dann stellen wir die Anfrage erneut. Woraufhin ich wenige Stunden später wieder die obige Mail erhalten habe, dass mein bisheriger Mobilfunkanbieter mitgeteilt habe, dass keine Einwilligungserklärung vorliege. Woraufhin ich ALDI TALK geschrieben habe, dass mir congstar bereits zweimal bestätigt habe, dass die Einwilligung eben doch vorliege. Woraufhin wiederum ALDI TALK antwortete: Gut, super, dann stellen wir die Anfrage ein drittes Mal.

Was glaubt Ihr, liebe Leserinnen und Leser, ist wohl danach passiert? Richtig: Ich bekam eine Mail. „Ihr bisheriger Mobilfunkanbieter teilte uns mit, dass ihm keine Kündigung bzw. Einwilligungserklärung von Ihnen vorliegt.“

Ich kann nicht behaupten, dass mich das an diesem Punkt noch überrascht hätte. Bei ALDI TALK habe ich jetzt etwas deutlicher nachgefragt, was ich von meiner Seite noch tun kann oder muss. Vielleicht muss ich bei congstar doch noch eine schriftliche Verzichtserklärung abgeben? Obwohl mir der Anbieter zweimal bestätigt hat, dass alles korrekt verlaufen ist und die Nummer zur Portierung bereit steht? Und obwohl ich von congstar eine Bestätigungsmail erhalten und diese an ALDI TALK weitergeleitet habe – wo man mit dem Inhalt dieser Mail zufrieden zu sein scheint?

Immerhin etwas Positives kann ich berichten: Der Kundensupport beider Anbieter ist aus meiner Sicht gut. Soll heißen: Auf jede Nachfrage bekomme ich zügig eine Antwort. Schön wäre jetzt noch, wenn ich auch zügig meine Rufnummer mitnehmen könnte. Denn in neun Tagen läuft mein mobiler Datentarif bei congstar aus. Mal sehen, wie sich die Sache bis dahin entwickelt.

Update am 06.12.2015 um 22:30 Uhr
ALDI TALK hat nun zum vierten Mal (!) die Rufnummer beantragt. Anscheinend ohne irgendetwas am bisherigen Ablauf zu ändern. Überraschenderweise hat es auch dieses Mal nicht funktioniert.

Update am 07.12.2015 um 08.54 Uhr
Bei congstar hat man mir nun zum dritten Mal bestätigt, dass ich alles richtig gemacht habe: „Alles in Ordnung von congstar Seite aus.“

Update am 11.12.2015
Nachdem congstar mir am 07.12.2015 zum dritten Mal bestätigt hatte, dass eigentlich alles klappen sollte, habe ich mich erneut an ALDI TALK gewandt. Mit der Bitte, auf meine Mail hin nicht einfach zum fünften Mal die Rufnummernmitnahme zu beantragen, sondern mir zu sagen, was ich noch tun kann. ALDI TALK hat daraufhin zum fünften Mal die Rufnummernmitnahme beantragt. Aber darüber kann ich mich nicht mehr aufregen – heute kam die Bestätigung von congstar, dass die Rufnummer am 18.12.2015 übertragen wird. Endlich.

Ich habe keinen blassen Schimmer, wieso es beim fünften Anlauf funktioniert hat. ALDI TALK hat sich bis jetzt nicht auf meine Nachfrage gemeldet. Schade, aber verschmerzbar. Ich bin jedenfalls froh, dass jetzt alles klappt und ich in einer Woche endlich die SIM-Karten wechseln kann.

Update am 13.12.2015
congstar hat sich jetzt noch einmal bei mir via Twitter gemeldet: „Zuvor wurde immer zum Vertragsende und nicht zu sofort angefragt. Da würde ich dann mal bei deinem neuen Anbieter nachhaken.“ Tatsächlich habe ich in meinen Mails an ALDI TALK jedes Mal von der „sofortigen Rufnummernmitnahme“ gesprochen. Sollte das also der Fehler gewesen sein, bin ich verwirrt, wieso ALDI TALK diesen Schritt erst beim fünften Mal umgesetzt hat.

Im Antragsformular zur Rufnummernmitnahme von ALDI TALK habe ich die Mitnahme “ zum Ende der Vertragslaufzeit oder von einer Prepaid-Karte“ beantragt. Ich besitze von beiden Anbietern eine Prepaid-Karte. Das dürfte wohl trotzdem die gescheiterte erste Rufnummernmitnahme erklären, aber nicht die folgenden Fehlversuche.

Veröffentlicht von

Moritz

Hallo, ich bin Moritz (@script0r). Ich studiere Konfliktforschung in Augsburg und blogge u.a. über Gesellschaft, Politik und Computerkram.

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