Suchen und finden

Freitag Abend, ich bin alleine. Bin vollkommen alleine und spüre, wie es mich hineinzieht, in diese andere Welt. Hier hat man Freunde, heißt es, und ja: Hier habe ich tatsächlich Freunde. Echte Freunde. Freunde, mit denen man sich unterhalten kann. Freunde, mit denen man Spiele spielen kann. Freunde, die sich mit mir austauschen und die mich ernst nehmen. Oft werde ich von Fremden darauf hingewiesen, dass diese Leute nicht meine wirklichen Freunde wären. Das stimmt nicht. Natürlich sind es meine richtigen Freunde – was sollten sie auch sonst sein? Suchen und finden weiterlesen

The Beat

Aber der Beat in meinem Kopf geht weiter. Schlag auf Schlag, Ton auf Ton, die Musik läuft und ist mit sich selbst im Reinen. Ich bin mit mir selbst im Reinen. Laufe die Straßen entlang, über die Felder und genieße das Leben mit jedem Atemzug. Die Sonne geht unter, die Wärme bleibt, ich laufe weiter. Weiter nach vorne, nicht um als erster da zu sein, sondern weil ich bin. Weil die Musik ist, weil sie in mir ist und weil sie mich antreibt. Ein Motor mit 2000PS, umweltfreundlich und ohne Nebengeräusche. Leistungsstark, lebendig. Vor allem lebendig. Mal ein rasender Zug, der einfach nicht inne hält, mal ein plätschernder Bach, sanft und ohne Hast. The Beat weiterlesen

Der Weg ist das Ziel

Renn weiter vorwärts. Du weißt doch, du hast keine Wahl. Vorne wartet das Gute – Glück, Liebe, Spaß, alles vereint. Sitzt du manchmal da und denkst dir, dass alles irgendwann besser wird? Denk nicht, spring auf. Spring auf und renn so schnell wie du kannst, denn nur die Ersten werden ernten, auch wenn die Letzten säen. Nur wenn du rennst wird es auch besser werden, aber pass auf die anderen auf. Links und rechts von dir laufen sie, manche auch vor und hinter dir. Pass auf und schlag sie nieder. Lass dich nicht überholen, sei selbst der Überholende. Denn in diesem Spiel geht es um dich und du willst doch jemand sein! Der Weg ist das Ziel weiterlesen

Gedanken zum Tod

Der Mensch ist sterblich. Er muss sterben, wann auch immer, einfach sterben und dann? Vielleicht ist es aus. Vielleicht ist es aus, man ist raus, für immer draussen aus dem Leben und hat keine Sorgen mehr. Ist einfach draussen, ohne Erkenntnis, ohne Gedanken, ohne zu schwanken und ohne zu sein. Für die anderen ist man dann gewesen, bloße Vergangenheit und für sich selbst ist man nicht. Ist nicht. Wie ist es, nicht zu sein? Ein Schlaf, der endlose Schlaf, endgültig und aus? Die letzte Ruhe, doch ruhelos, weil nicht ruhen kann, was nicht ist? Das große Finale, ohne Zurück, doch wenn es soweit ist, stört es nicht? Gedanken zum Tod weiterlesen

Wache

Wach auf. Faulpelz. Wach auf. Geh raus, raus in die Welt. Räum den Geschirrspüler aus, kauf dir neue Unterhosen, geh ins Stadion, und Abends auf die Geburtstagsparty. Am nächsten Tag ab in die Schule. Pass auf. Sei ruhig. Strebe. Schreib auf. Schreib alles auf. Und pass auf. Pass auf, hör zu. Geh einkaufen, arbeiten. Mach die Wäsche, saug den Staub, koch Nudeln und Sauce und mach den Salat. Mach die Hausaufgaben, lern auf die Klausur, lies. Lies Zeitung und Bücher und Zeitung und interessiere dich. Hilf deinem Freund! Hilf deiner Freundin! Bring den Müll raus! Geh arbeiten, lass dich ausbilden. Werde Soldat, geh schießen. Und rennen. Und kochen. Mach. Studier. Studier alles. Und lern. Geh arbeiten und studier und such dir nen Job und vergiss deine Freundin nicht und deine Freunde und hilf ihnen und hilf ihnen allen. Geh arbeiten, steig auf, steig weiter auf und gründe ne Familie. Krieg Kinder, und lass sie machen. Lass sie machen und arbeite. Arbeite, arbeite, arbeite, arbeite. Und denk gar nicht daran, eine Pause zu machen, Arschloch, bleib wach. Arschloch, bleib wach.

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Die Hoffnung stirbt nie

Und dann steht er auf. Steht auf von der Bank, auf der er nichts mehr erwartet hat. Steht auf von der Bank, auf der er alles erwartet hat und geht los. Einfach los, Richtung U-Bahn und fragt sich, wieso Menschen hoffen. Wieso Menschen hoffen, wieso er hofft, gehofft hat und immer noch hofft obwohl die Hoffnung am Ende doch sowieso nichts mit sich bringt, außer einer kalten Dusche im kalten Regen. Er weiß es nicht. Denn obwohl er weiß, dass das Hoffen vergebens ist, dass es schon immer vergebens gewesen ist hat er doch immer weiter gehofft und gewusst und gehofft und gewusst, dass es nichts bringt. Die Hoffnung stirbt nie weiterlesen